Krankheitsstadien und Symptome bei Morbus Parkinson

Krankheitsstadien und Symptome bei Morbus Parkinson

Die Erkrankung Morbus Parkinson kennt viele Ausprägungen: Die bekanntesten, Muskelsteifheit, Unbeweglichkeit und Zittern, sind nur einige davon.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen eine Übersicht über die am häufigsten auftretenden Symptome und geben Ihnen außerdem eine Einführung in die Hoehn und Yahr Skala, die verschiedene Stadien der Erkrankung unterscheidet. Außerdem stellen wir Ihnen kurz die UPDRS Skala vor, die eine Einstufung der Parkinsonerkrankung anhand verschiedenster Symptome zulässt

Bitte achten Sie darauf, dass beide hier vorgestellten Skalen nicht zur Selbstdiagnose geeignet sind, sondern Ihnen helfen sollen zu verstehen, wie Ihre behandelnden Ärzte und Ärztinnen vorgehen und nach welchen Kriterien Sie Morbus Parkinson kategorisieren und die Schwere der Erkrankung einordnen.

Symptome der Parkinson-Erkrankung

Ein häufig auftretendes Symptom bei Parkinson ist die Muskelsteifheit, auch Rigor genannt. Aufgrund der Erkrankung weist die Muskulatur eine höhere Grundspannung auf. Diese Grundspannung und Steifheit ist auch der Auslöser für die typische gebeugte Körperhaltung.

Die Unbeweglichkeit, auch Akinesie oder Akinese genannt, beschreibt nicht nur die völlige Bewegungsunfähigkeit, sondern auch Bewegungsarmut und die Langsamkeit von Bewegungen. Eine der Folgen der Akinesie ist auch das tpyische versteinert wirkende, maskenhafte Gesicht bei Parkinsonerkrankten.

Das für Parkinson typische Zittern, der Tremor, sorgt für starke Beeinträchtigungen, da es sowohl in Anspannung als auch in Ruhe auftritt.

Folgen von Tremor, sichtbar gemacht durch das Zeichnen einer Spirale [Quelle]

Neben Akinesie, Rigor und Tremor tritt außerdem die Dyskinesie auf. Die Dyskinesie beschreibt unwillkürliche Bewegungen, welche auch als Nebenwirkung der L-Dopa Behandlung auftreten können. Sie kann daher nicht immer der Parkinson-Erkrankung zugeschrieben werden.

Die sogenannte posturale Instabilität beschreibt im Allgemeinen Geh- und Haltungsstörungen. Diese äußern sich bei den Betroffenen meist in kleinen Tippelschritten, welche wiederum zu erhöhter Sturzgefahr führen.

Typische Körperhaltung bei Parkinsonerkrankten im fortgeschrittenen Stadium [Quelle]

Auch Schluck- und Verdauungsstörungen, wie beispielsweise Sodbrennen oder Verstopfungen können auftreten. Blasenfunktionsstörungen sowie Errektionsstörungen treten ebenfalls als typische Symptome auf.

Der Kreislauf Betroffener ist durch Morbus Parkinson ebenfalls beeinflusst. So tritt häufig beim Aufstehen ein starker Blutdruck-Abfall auf, der in Schwindel resultiert und die Gehprobleme weiter verstärkt.

Außerdem belasten Schlafstörungen die Betroffenen meist enorm.

Die meist leiser werdende Stimme sorgt häufig auch für Probleme in der sozialen Interaktion.

In späteren Krankheitsstadien tritt außerdem Freezing auf (englisch für „Einfrieren“). Mit Freezing sind Gehblockaden gemeint, die das Initiieren von Bewegungen, insbesondere beim Gehen erschweren oder gar unmöglich machen.

https://www.parkinson-web.de/content/was_ist_parkinson/symptome/brady__hypo__und_akinese/index_ger.html

http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/morbus-parkinson/symptome

Hoehn und Yahr Skala

Die Hoehn und Yahr Skala wurde 1967 von den amerikanischen gleichnamigen Ärzten veröffentlicht und dient als Standard zur Kategorisierung der Stadien der Parkinsonerkrankung. Heute wird vor allem die modifizierte Skala genutzt, da diese eine genauere Einteilung zulässt.

0 keine Anzeichen der Erkrankung
1 einseitige Symptome
1,5 einseitige Erkrankung, Beteiligung der Körperachse
2 beidseitige Erkrankung ohne Gleichgewichtsstörung
2,5 leichte beidseitige Erkrankung mit Ausgleich beim Zugtest (zur Standsicherheit)
3 leichte bis mäßige beidseitige Erkrankung mit leichter Haltungsinstabilität; PatientIn ist körperlich unabhängig
4 starke Behinderung, PatientIn kann noch ohne Hilfe laufen oder stehen, ist allerdings deutlich eingeschränkt
5 PatientIn kann ohne fremde Hilfe weder laufen noch stehen, ist auf einen Rollstuhl angewiesen oder sogar bettlägerig

Diese Skala kann Ihnen helfen, sich und die Krankheit Morbus Parkinson besser einzuschätzen. So fällt es Ihnen leichter, zu verstehen wie sich die Krankheit entwickelt. Die Einteilung anhand der Skala sollte durch einen Arzt/eine Ärztin vorgenommen werden.

Movement Disorder Society Task Force Report on the Hoehn and Yahr Staging Scale: Status and Recommendations

UPDRS

Die UPDRS (Unified Parkinson’s Disease Rating Scale) dient der Beobachtung des Krankheitsverlaufs bei Parkinson. Durch Interviewfragen zu den parkinsontypischen Symptomen wird eine Punktzahl zwischen 0 und 199 erreicht, wobei 0 keiner Einschränkung und 199 der Erkrankung im Endstadium entspricht.

Bei der Einteilung wird zwischen Symptomen in vier verschiedenen Kategorien unterschieden:

  1. Kognitive Funktionen, Verhalten und Stimmung (z.B. Motivation, Depression, intellektuelle Einschränkung)
  2. Aktivitäten des täglichen Lebens (getrennt nach On/Off Phase, z.B. Handschrift, Schlucken)
  3. Motorik (z.B. Mimik, Sprache oder Ruhetremor)
  4. Komplikationen in der Behandlung (z.B. Häufigkeit von Dyskinesien)

Da die UPDRS sehr umfangreich ist, verzichten wir an dieser Stelle auf eine vollständige Auflistung aller Interviewfragen. Bei Interesse können Sie diese hier nachlesen: https://www.neurologienetz.de/fachliches/skalen-scores/updrs-unified-parkinsons-disease-rating-scale/

Auch hier gilt: Die Einteilung mithilfe der Skala sollte durch eine Ärztin/einen Arzt vorgenommen werden. Eine hohe Punktzahl ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung.

Zusammenfassung

Im diesmaligen Blog-Artikel haben Sie einen zugegebenermaßen recht trockenen und sachlichen Überblick über die üblichsten Symptome bei Morbus Parkinson erhalten. Außerdem wurden Sie mit zwei Skalen bekannt gemacht, die Ihre behandelnden ÄrztInnen voraussichtlich nutzen, um den Krankheitsverlauf einzuordnen. So können auch Sie nun besser verstehen, nach welchen Kriterien die Krankheit eingeordnet wird und wie sich das Fortschreiten von Parkinson bemerkbar macht.

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